Behandlungsschwerpunkt: Geburtshilfe
Wie wird die medizinische Qualität der Geburtshilfe am Klinikum Dritter Orden überprüft?
Neben sehr persönlichen Fragen - Gefällt mir die Atmosphäre? Komme ich mit den Hebammen zurecht? Wie nett sind die Schwestern? - ist auch die Qualität der medizinischen Behandlung für die werdende Mutter und das Neugeborene von großer Bedeutung. Steht im Notfall ein Geburtshilfe-Team für einen Kaiserschnitt bereit? Gibt es eine angeschlossene Neugeborenenintensivstation? Oder: Ist bei einer Frühgeburt ein Kinderarzt anwesend? Um solche und ähnliche Fragen zu beantworten, sollen hier aktuelle Bewertungen zur geburtshilflichen Behandlung offen gelegt werden.
Unabhängige externe Einrichtungen und Qualitätsmanagement-Beauftragte zertifizieren die Qualität der medizinischen Versorgung anhand vorgeschriebener Indikatoren. Die Prüfung wird jedes Jahr von neuem durchgeführt. Auf diesen Seiten finden Sie die Ergebnisse von 2008 und 2009.
Qualitätsindikator: War bei Frühgeburten ein Kinderarzt anwesend?
Qualitätsindikator: Wurde bei drohender Frühgeburt die Lugenentwicklung medikamentös unterstützt?
Qualitätsindikator: Konnte eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Kindes sichergestellt werden?
Qualitätsindikator: War bei Frühgeburten ein Kinderarzt anwesend?
Früh geborene Kinder, die zwischen der 24. und 35. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, benötigen eine besondere ärztliche Versorgung. Deshalb sollte ein spezialisierter Arzt - ein Neonatologe - während der Geburt anwesend sein und das Kind unmittelbar danach kinderärztlich versorgen.
Gute Behandlungsqualität liegt vor, wenn möglichst häufig ein spezialisierter Arzt bei der Geburt eines Frühgeborenen anwesend ist. Am Klinikum Dritter Orden war 2008 bei 97,1% und 2009 bei 95,2 % aller Frühgeburten ein Kinderarzt anwesend. Diese Werte liegen im vorgegebenen Referenzbereich und über dem bayerischen Durchschnitt.
Qualitätsindikator: Wieviel Zeit lag zwischen der Entscheidung zum Notkaiserschnitt und der Entbindung?
Unter bestimmten Umständen können Mutter und Kind unter der Geburt in eine Notlage geraten. Diese sollte so schnell wie möglich mit einem Notkaiserschnitt beseitigt werden, um beim Kind bleibende Schäden zu vermeiden. Je weniger Zeit vom Entschluss zum Kaiserschnitt bis zur Geburt, also der Durchführung des Kaiserschnitts, vergeht, desto besser für Mutter und Kind. Dieser Zeitraum wird E-E-Zeit (Entscheidungs-Entbindungs-Zeit) genannt. Gute Behandlungsqualität liegt vor, wenn bei einem Notkaiserschnitt die E-E-Zeit möglichst häufig unter 20 Minuten liegt. Am Klinikum Dritter Orden traf dies 2008 und 2009 in allen Fällen zu (100%), d.h. die Entscheidungs-Entbindungs-Zeit dauerte nie länger als 20 Minuten.
Qualitätsindikator: Wurde bei drohender Frühgeburt die Lugenentwicklung medikamentös unterstützt?
Kommt ein Kind zu früh auf die Welt, hat es mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen und Risiken zu kämpfen. Ein ganz wesentlicher Punkt ist die beeinträchtigte Atmung, weil sehr häufig die Lunge noch nicht vollständig entwickelt ist. Wird eine Mutter mit drohender Frühgeburt zwischen der 24. und 35. Schwangerschaftswoche in die Klinik eingeliefert, sollte sie - sofern es ihr Gesundheitszustand erlaubt und noch ausreichend Zeit bleibt - unbedingt mit Kortison behandelt werden. Das Hormon wirkt sich positiv auf die Lungenreifung des "Frühchens" aus und verbessert dessen Überlebenschancen.
Gute Behandlungsqualität liegt vor, wenn bei einer drohenden Frühgeburt möglichst häufig die werdende Mutter mit Kortison behandelt wird, um die Lungenfunktion des Babys zu stärken. Mit 94,2% im Jahr 2008 und 97,3% in 2009 liegt das Klnikum Dritter Orden hier über dem bayerischen Durchschnitt.



