Kompetenz und Fürsorge für Ihre Gesundheit

Behandlungsschwerpunkt: Neonatologie


Überwachung rund um die Uhr


Die Betreuung in der Kinderklinik richtet sich primär auf die Überwachung des kleinen Sorgenkinds und die Unterstützung der noch nicht ausgereiften Körperfunktionen. Dafür verfügt unsere Intensivstation über 12 Beatmungsplätze und 6 Überwachungsplätze sowie einen Eingriffsraum für die Notfallversorgung.


Intensität und das Ausmaß der medizinischen Maßnahmen hängen vom Reifegrad und Zustand des Frühgeborenen ab. Bei allen Babys von zentraler Bedeutung: die Wärmezufuhr im Inkubator (Brutkasten) und die Flüssigkeitszufuhr über eine Infusion. Muttermilch ist auch für das Frühgeborene die beste Nahrung. Sehr früh wird deshalb mit der Muttermilchfütterung begonnen, zunächst mit abgepumpter Milch per Magensonde, bis die Mütter dann selbst stillen können.

Bei Babys, die vor der 35. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, ist die Lunge noch nicht ausgereift. Deshalb müssen besonders die Frühgeborenen mit einem Gewicht unter 1.000 Gramm noch häufig beatmet werden. Weitere eventuelle Probleme: auf Grund der noch ungenügenden Abwehrlage können schwere Infektionen – besonders eine entzündliche Darmerkrankung – auftreten.

Babys, deren Vitalfunktionen sich stabilisiert haben, können zur weiteren Behandlung und Überwachung von der Intensivstation auf unsere Früh- und Neugeborenenstation mit 20 Betten verlegt werden.



Neben der medizinischen ist auch die menschlich-pflegerische Intensivbetreuung eine besonders wichtige Maßnahme. Pflegemaßnahmen werden sanft durchgeführt und zeitlich auf die Wachphasen des Kindes abgestimmt, Routinemaßnahmen möglichst vermieden. Lange Ruhepausen sollen eine Selbstregulation des Kindes erlauben und so den Stress reduzieren. Der Reizüberflutung der Frühgeborenen wird durch die Reduktion der Geräuschkulisse und des Lichtpegels entgegengewirkt. Schwestern und Physiotherapeuten fördern durch gezielte Anregungen die Atmung, die Motorik, das Saug- und Trinkverhalten, die Körperwahrnehmung, aber auch alle Sinne der Frühgeborenen.

Um den Trennungsverlust durch die Frühgeburt abzumildern, werden die Eltern möglichst früh und umfassend in die Betreuung einbezogen. So ermutigen wir die Eltern z.B. zur sogenannten Känguruhpflege. Känguruhpflege bedeutet, dass das Kind, bis auf eine Windel unbekleidet, auf dem nackten Oberkörper der Mutter oder des Vaters liegt. Zunächst wird das Gesicht nahe dem Gesicht von Mutter oder Vater gelegt. Dann gleitet das Kind langsam auf die Brust, bei der Mutter nahe der Brustwarze. Je nach Reife wird das Kind trinken. Günstige Effekte gehen vom engen Hautkontakt, dem Wiegen auf der Brust und der Gewöhnung an die Brust und das Trinken von Muttemilch aus. Die Känguruh-Liegestühle erlauben Eltern und Kind viele Stunden gemeinsam zu ruhen und zu kuscheln.