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14. November 2018

Herzwochen 2018 im Klinikum Dritter Orden: Was tun bei Vorhofflimmern, wenn das Herz aus dem Takt gerät?

Herz außer Takt: Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung sowie invasive Behandlungsalternativen", das waren die thematischen Schwerpunkte, die die Herzspezialisten des Herzkatheterlabors Nymphenburg und des Klinikums Dritter Orden im Rahmen der bundesweiten Herzwochen - eine Aktionsinitiative der Deutschen Herzstiftung – setzten. Vor diesem Hintergrund klärten sie während eines Vortragsnachmittags kostenlos über Symptome, Ursachen, Erkennungsmöglichkeiten, Gefahren und Therapieempfehlungen der gefährlichen Herzrhythmusstörung auf.

Vorhofflimmern kann unbemerkt und unbehandelt lebensbedrohlich sein. Im Rahmen der von der Herzstiftung initiierten Herzwochen informierten das Herzkatheterlabor Nymphenburg und das Klinikum Dritter Orden daher über charakteristische Beschwerden und Risiken dieser häufigsten Form der Herzrhythmusstörungen.

Herzstolpern und -rasen verbunden mit innerer Unruhe, Angstgefühlen, Abgeschlagenheit, Schweißausbrüchen, Atemnot und einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit können Anzeichen für Vorhofflimmern sein. Laut einer aktuellen Broschüre der Deutschen Herzstiftung sind 1,8 Millionen hierzulande von dieser ernst zu nehmenden Form von Herzrhythmusstörungen betroffen. Eine Erkrankung, die bei mehr als der Hälfte der Patienten nur durch Zufall vom Arzt entdeckt wird, weil die Betroffenen ihren Beschwerden keine größere Bedeutung beimessen.
Eine Pulsüberprüfung und eine Stethoskop-Beurteilung können einem Kardiologen erste Hinweise geben, dass eine Herzrhythmusstörung vorliegt. EKG, ein Langzeit-EKG und ein Herzultraschall runden die Diagnose ab.

In der Regel äußert sich Vorhofflimmern anfangs in Form eines Anfalls (akutes Vorhofflimmern), der plötzlich beginnt und oft innerhalb von 24 Stunden, seltener auch nach 48 bis 72 Stunden, ebenso plötzlich wieder aufhört (paroxysmales Vorhofflimmern). In der Regel werden die Anfälle im weiteren Verlauf häufiger und die Abstände dazwischen kürzer. Bei Fortschreiten der Erkrankung kann es zu Dauerflimmern (permanentem Vorhofflimmern) kommen, ein Zustand, bei dem sich der Herzrhythmus jeder Normalisierung widersetzt.

„Vorhofflimmern für sich genommen ist nicht lebensbedrohlich, aber mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden", weiß Dr. Albert Maier, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II im Klinikum Dritter Orden, zu berichten. Infolge des ungleichmäßigen Herzschlags bestehe die Gefahr, dass sich ein Gerinnsel im Herzen bildet. „Diese Ereignisse verlaufen häufig schwer und hinterlassen bleibende Defekte", schlägt der erfahrene Kardiologe Alarm.
Welche Warnsignale charakteristisch sind und was der einzelne tun kann, damit es erst gar nicht zu einem Schlaganfall kommt, warum in der Schlaganfallprävention gerinnungshemmende Medikamente („Blutverdünner"), die das Embolierisiko senken, so wichtig sind, welche Möglichkeiten bestehen, wenn ein Gerinnungshemmer nicht eingenommen werden kann - auf diese und viele weitere Fragen ging Maier mit Kollegen seines Teams und einigen Experten des Herzkatheterlabors Nymphenburg in unterschiedlichen Vorträgen beim diesjährigen Herzseminar am 14. November 2018 vor über 100 Zuhörern ausführlich ein.

Unbehandeltes Vorhofflimmern kann außerdem zu Symptomen einer Herzschwäche und zu Einbußen an Lebensqualität führen. Beim Informationsabend erläuterten die Spezialisten, welche Therapie zur Beseitigung dieser Rhythmusstörung am besten geeignet ist (Kardioversion, elektrisch oder durch Medikamente) und wie ein regelmäßiger Herzschlag erhalten werden kann. Neueste Studien sehen hier die Katheterablation (Verödung von Herzgewebe, das dem Vorhofflimmern zugrunde liegt) bei dafür geeigneten Patienten als den Therapieansatz, der dauerhaft einer medikamentösen Behandlung überlegen ist.

Im Rahmen der Veranstaltung bestand wie immer die Möglichkeit, Rückfragen an die Referenten zu stellen.

Wir danken allen Referenten für ihre aufschlussreichen Vorträge:
Dr. Albert Maier, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II, Klinikum Dritter Orden
Dr. Tomislav Jelicic, Facharzt in der Klinik für Innere Medizin II, Klinikum Dritter Orden
PD Dr. Johannes Rieber, Kardiologische Praxis Burgstr. 7, 80333 München
Prof. Dr. Christian Mewis, Kardiologische Praxis Maffeistr. 3, 80638 München

 

Kontakt:
Petra Bönnemann
- Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit -
Telefon: 089 1795-1712
petra.boennemann@dritter-orden.de